Der Konstrukteur Jean Stampe

wurde am 17. April 1889 geboren und wuchs in St.-Jans-Molenbeek (Brüssel) auf. Er heiratete Marie Lemmens und am 11. September 1909 wurde der Sohn Leon geboren.
Am 3. November 1915, als Jean 26 Jahre alt war, meldete er sich freiwillig zur belgischen Armee zum Kriegseinsatz. Sein Interesse galt der noch sehr jungen Luftwaffe. Die angehenden Piloten hatten für ihre Ausbildung selbst zu zahlen. Die junge belgische Luftwaffe "Aéronautique Belge" nahm nur lizenzierte Piloten. Also ging Stampe nach England in die Flugschule eines Amerikaners namens Beatty in Hendon in England.
Stampe zahlte etliche Goldfranken, ehe er die begehrte Piloten-Lizenz erhielt. Er durfte sich nun "Aviateur" nennen. Im Kriegsgebiet flog Stampe Flugzeuge der Alliierten. Er war ein zuverlässiger Pilot. Das war wahrscheinlich der Grund dafür, dass er als persönlicher Pilot von König Albert I. von Belgien ausgewählt wurde.
Sehr zum Entsetzen des Generalstabs hatte der König erklärt, dass er selbst die Front aus der Luft inspizieren wollte. Der Stab gab nach, und nach reiflicher Überlegung flog Stampe als Pilot den König über die Schützengräben. Der Flug war für den König sehr zufriedenstellend. Somit flog Leutnant Stampe regelmäßig mit dem König über das Kriegsgebiet.
Wegen der vielen Stunden in windigen Cockpits, entwickelte sich eine Freundschaft mit dem König, die viele Jahre anhielt.
Aber der Pilot Stampe wurde mit einer persönlichen Tragödie konfrontiert. Seine junge Frau wurde Opfer der tödlichen Spanischen Grippe, die in ganz Europa in jenen Tagen wütete, und er blieb mit seinem kleinen Sohn allein.
Stampes Traum eine eigene Flugschule zu besitzen, wurde Wirklichkeit, als er am 1. Januar 1923 aus der Armee entlassen wurde.
In der Zwischenzeit trat die 26-jährige Hélène van Mossevelde in sein Leben und er heiratete sie am 3. März 1923.